E-Mobilität

E-Auto laden: So rechnen Sie die echten Energiekosten

Der Verbrauch im Auto und die bezahlte Strommenge können sich unterscheiden. Für einen fairen Kostenvergleich zählt, wie viel Energie Sie tatsächlich einkaufen und zu welchem Preis.

5 Min. LesezeitAktualisiert 06.09.2026
Natürlich lächelnder erwachsener Mann neben einem ladenden Elektroauto (KI-generiertes Symbolbild)
ANTWORT IN KÜRZE

Das Wichtigste vorab

Vergleichen Sie bezahlte Energie für dieselbe Fahrstrecke. Ladeverluste nur ergänzen, wenn sie im verwendeten Verbrauchswert noch fehlen.

01

Den Verbrauchswert zuerst einordnen

Steht der Wert für Energie aus der Batterie oder für den Bezug an der Ladestation? Manche Messungen enthalten Ladeverluste bereits. Wenn Sie diese noch einmal aufschlagen, rechnen Sie zu hohe Kosten. Der ADAC erläutert, dass beim Laden Energie unter anderem durch Umwandlung und den Betrieb von Fahrzeugkomponenten verloren geht. Wie hoch diese Verluste ausfallen, hängt von Fahrzeug und Ladebedingungen ab; ein pauschaler Wert ist nur eine Modellannahme.

02

Mit einer klar definierten Verlustquote rechnen

Unser Beispiel setzt 18 kWh Batterieverbrauch je 100 Kilometer an. Zusätzlich nehmen wir an, dass zehn Prozent der bezogenen Energie nicht zum Fahren zur Verfügung stehen. Dann sind 18 ÷ 0,90 = 20 kWh Netzbezug nötig. Einfach zehn Prozent auf 18 aufzuschlagen ergäbe 19,8 kWh und wäre bei dieser Definition nicht dasselbe. Haben Sie bereits einen gemessenen Netzverbrauch, setzen Sie in unserem Rechner die zusätzlich angesetzte Verlustquote auf null.

03

Ihr Lademix bestimmt den Preis

Bei 15.000 Kilometern werden im Beispiel 3.000 kWh pro Jahr gekauft. Kosten diese durchgehend 30 Cent, sind es 900 Euro. Bei durchgehend 60 Cent wären es 1.800 Euro. Ein angenommener Mix aus 70 Prozent Energie zu Hause für 30 Cent und 30 Prozent öffentlich für 60 Cent ergibt 39 Cent im Mittel und 1.170 Euro. Gewichten Sie nach bezogener Energie, nicht nach der Anzahl der Ladevorgänge. Alle Preise hier sind frei gewählte Rechenannahmen.

04

Den Verbrenner auf dieselbe Strecke beziehen

Bei angenommenen sechs Litern pro 100 Kilometer und 1,80 Euro je Liter kostet die Energie für 15.000 Kilometer 1.620 Euro. Gegenüber dem gemischten Ladeszenario ergibt das 450 Euro Differenz. Das ist ein Energiekostenvergleich, keine Gesamtkostenentscheidung. Kaufpreis, Wertverlust, Versicherung, Wartung und eine gegebenenfalls nötige Ladeeinrichtung können das Gesamtergebnis verändern.

05

Mit echten Abrechnungen nachschärfen

Sammeln Sie Laderechnungen und Kilometerstände für einen passenden Zeitraum. Berücksichtigen Sie Grundgebühren oder weitere tatsächlich anfallende Ladegebühren separat; unser Rechner verwendet einen Energiepreis. Prüfen Sie ein zweites Szenario mit mehr öffentlichem Laden. So erkennen Sie, ob Ihr Ergebnis stark von einer günstigen Lademöglichkeit abhängt, bevor Sie diese dauerhaft voraussetzen.

EIGENE MODELLRECHNUNG

Beispiel zum Nachrechnen

Alle Beispielwerte sind Annahmen und lassen sich mit Ihren eigenen Angaben ersetzen.

E-Auto laden: So rechnen Sie die echten Energiekosten: Rechenbeispiel
LadeszenarioPreis je bezogener kWhKosten bei 3.000 kWh
Zuhause0,30 €900 €
70 % zuhause / 30 % öffentlich0,39 €1.170 €
Öffentlich0,60 €1.800 €

Eigene Modellpreise, keine Tarifangebote. 15.000 km, 18 kWh Batterieverbrauch/100 km, 10 % Verlustanteil am Netzbezug. Ohne Zusatzgebühren.

ANNAHMEN VERSTEHEN

Wie viel kostet ein anderer Lademix?

Bei gleicher Fahrleistung steigen die jährlichen Energiekosten im Beispiel von 900 € bei reinem Heimladen auf 1.170 € bei 30 % öffentlichem Laden. Der Anteil bezieht sich auf bezogene Energie, nicht auf die Zahl der Ladevorgänge.

Szenarien und Rechenweg ansehen
Eigene Modellrechnung – keine Messdaten
Öffentlicher EnergieanteilGemittelter Preis/kWhKosten/Jahr
0 %0,3 €900 €
30 %0,39 €1.170 €
100 %0,6 €1.800 €

Gemeinsame Annahmen

15.000 km/Jahr, 18 kWh Batterieverbrauch je 100 km, 10 % Verlustanteil am Netzbezug. Modellpreise: zuhause 30 ct/kWh, öffentlich 60 ct/kWh. Keine Grund-, Park-, Blockiergebühren oder Fahrzeugkosten.

So entsteht das Ergebnis

Batteriebedarf = 15.000 ÷ 100 × 18 = 2.700 kWh. Netzbezug = 2.700 ÷ (1 − 0,10) = 3.000 kWh. Bei 30 % öffentlichem Laden: 0,70 × 0,30 + 0,30 × 0,60 = 0,39 €/kWh; 3.000 × 0,39 = 1.170 €. Wenn ein Verbrauchswert Ladeverluste bereits enthält, darf diese Korrektur nicht erneut erfolgen.

Für Ihre Entscheidung: Nutzen Sie abgerechnete kWh und tatsächliche Ladepreise aus demselben Zeitraum. Vergleichen Sie anschließend die gleiche Jahresfahrleistung. Für einen Fahrzeugkauf fehlen in dieser Rechnung insbesondere Anschaffung, Wertverlust, Versicherung und Wartung.

FÜR IHRE ENTSCHEIDUNG

Ihre Checkliste

Diese Punkte können Sie direkt prüfen oder für ein Angebot bereithalten.

  • Verbrauchswert mit oder ohne Ladeverluste einordnen.
  • Lademix nach Energiemengen gewichten.
  • Grund- und Zusatzgebühren separat betrachten.
  • Energiekosten von gesamten Fahrzeugkosten unterscheiden.
WEITERRECHNEN

Mit eigenen Werten prüfen

Quelle, Redaktion und Grenzen

Redaktionelle Verantwortung: Ryan-Jamil Rezgaoui, TooSolv Studio. So prüfen und korrigieren wir Inhalte.

Die Fachquelle ergänzt die Erläuterungen. Rechenbeispiele und Tabellen sind eigene vereinfachte Modellrechnungen mit den jeweils genannten Annahmen; sie sind keine Angebote, Messberichte oder Einspargarantien.

ADAC: Untersuchung zu Ladeverlusten

Quelle abgerufen am 06.09.2026. Die Fotomotive sind KI-generierte Symbolbilder, keine Produktmessungen oder dokumentierten Kundenfälle.