Ladeverluste: Warum zehn Prozent zwei verschiedene Rechnungen ergeben können
Bevor Sie einen Verlustaufschlag eingeben, klären Sie seine Bezugsgröße. Zehn Prozent der bezogenen Energie sind nicht dasselbe wie zehn Prozent Aufschlag auf den Batterieverbrauch.


Das Wichtigste vorab
Zehn Prozent Verlust vom Netzbezug bedeuten: Batterieenergie geteilt durch 0,90. Zehn Prozent Aufschlag auf den Batteriebedarf ist eine andere Rechnung. Klären Sie zuerst die Bezugsgröße der Angabe.
Die Definition neben den Wert schreiben
Ein Wert kann den Anteil des Netzbezugs beschreiben, der nicht in der Batterie ankommt. Er kann aber auch als zusätzlicher Bezug relativ zur gespeicherten Energie angegeben sein. Beide Definitionen lassen sich verwenden, solange Sie die passende Formel wählen. Der ADAC untersucht reale Ladeverluste; unsere Zahlen dienen ausschließlich der Erklärung dieser mathematischen Unterscheidung.
Zwei Rechnungen mit 18 kWh
Sind zehn Prozent des Netzbezugs verloren, kommen neunzig Prozent an. Für 18 kWh gespeicherte Energie sind deshalb 18 ÷ 0,9 = 20 kWh Bezug nötig. Bedeutet die Angabe stattdessen zehn Prozent Aufschlag, lautet die Rechnung 18 × 1,1 = 19,8 kWh. Die Ergebnisse unterscheiden sich aufgrund der Definition, nicht wegen eines Rundungsfehlers.
Doppelte Verluste vermeiden
Verwenden Sie einen Verbrauchswert aus bezahlter Ladeenergie je Kilometer, sind die darin enthaltenen Verluste bereits berücksichtigt. Ergänzen Sie sie nicht erneut. Notieren Sie bei Messdaten die Energiemessstelle und prüfen Sie, ob Anfangs- und Endladestand vergleichbar sind. Eine Differenz kann sonst auch aus einer veränderten Batteriereserve entstehen. Eine einzelne Ladung begründet außerdem keine ganzjährige feste Quote.
Beispiel zum Nachrechnen
Alle Beispielwerte sind Annahmen und lassen sich mit Ihren eigenen Angaben ersetzen.
| Eigene Definition | Rechnung für 18 kWh | Netzbezug |
|---|---|---|
| 10 % Verlustanteil am Bezug | 18 / 0,90 | 20 kWh |
| 10 % Zuschlag | 18 × 1,10 | 19,8 kWh |
Eigene vereinfachte Modellwerte beziehungsweise Beispielbeobachtungen. Keine aktuellen Tarife, Produktmessungen oder Einspargarantien. Annahmen und Grenzen stehen im Bericht.
EIGENE SZENARIEN · RECHENWERK 1.0
Wie stark wirkt die Verlustannahme auf die Rechnung?
Für 2.700 kWh Batterieenergie kosten fünf, zehn oder fünfzehn Prozent Verlust vom Netzbezug im Modell rund 853 €, 900 € oder 953 € pro Jahr.
Zehn Prozent Verlust ergeben 3.000 kWh Netzbezug: 300 kWh gehen verloren und 2.700 kWh gelangen in die Batterie. Eine bloße Multiplikation mit 1,10 ergäbe dagegen nur 2.970 kWh.
Annahmen, Tabelle und Rechenweg
Annahmen
2.700 kWh Batterieenergie pro Jahr, 0,30 €/kWh. Verlustanteil bezieht sich auf bezogene Netzenergie. Frei gewählte Szenarien, keine Fahrzeugmessung.
Formel: Kosten = Batterieenergie ÷ (1 − Verlustanteil) × 0,30 €/kWh.
| Szenario | Verlustanteil (0–1) | Ergebnis |
|---|---|---|
| 5 % Verlust | 0,05 | 852,63 €/Jahr |
| 10 % Verlust | 0,1 | 900 €/Jahr |
| 15 % Verlust | 0,15 | 952,94 €/Jahr |
Die CSV enthält Eingaben, Rechenfaktoren und ungerundete Ergebnisse. Datenbasis: eigene hypothetische Annahmen, keine Messreihe oder aktuellen Angebote. Stand: 06.09.2026.
Häufiger Denkfehler
Ein veröffentlichter Verbrauch kann Ladeverluste bereits enthalten. Dann führt ein weiterer Aufschlag zu einer Doppelzählung. Notieren Sie zu jedem Wert, an welcher Stelle gemessen wurde.
Auf Ihre Situation übertragen
Vergleichen Sie Zähler- oder Rechnungswerte mit einer konsistenten Fahrleistung. Verwenden Sie die Szenarien nur dann, wenn Ihnen kein passender bereits gemessener Netzverbrauch vorliegt.
Ihre Checkliste
Diese Punkte können Sie direkt prüfen oder für ein Angebot bereithalten.
- Bezugsgröße der Verlustquote notieren.
- Bereits enthaltene Verluste nicht erneut ergänzen.
- Messstelle und Ladestand dokumentieren.
Mit eigenen Werten prüfen
Quelle, Redaktion und Grenzen
Wofür diese Quelle dient: Messgrenzen und Unterschiede bei Ladeverlusten; unsere Prozentsätze sind frei gewählte Szenarien.
Redaktionelle Verantwortung: Ryan-Jamil Rezgaoui, TooSolv Studio. So prüfen und korrigieren wir Inhalte.
Die Fachquelle ergänzt die Erläuterungen. Rechenbeispiele und Tabellen sind eigene vereinfachte Modellrechnungen mit den jeweils genannten Annahmen; sie sind keine Angebote, Messberichte oder Einspargarantien.
ADAC: Untersuchung zu Ladeverlusten ↗Quelle abgerufen am 06.09.2026. Die Fotomotive sind KI-generierte Symbolbilder, keine Produktmessungen oder dokumentierten Kundenfälle.


