E-Mobilität

Ladeverluste: Warum zehn Prozent zwei verschiedene Rechnungen ergeben können

Bevor Sie einen Verlustaufschlag eingeben, klären Sie seine Bezugsgröße. Zehn Prozent der bezogenen Energie sind nicht dasselbe wie zehn Prozent Aufschlag auf den Batterieverbrauch.

3 Min. LesezeitAktualisiert 06.09.2026
Ladestecker am Ladeanschluss eines Elektroautos (KI-generiertes Symbolbild)
ANTWORT IN KÜRZE

Das Wichtigste vorab

Zehn Prozent Verlust vom Netzbezug bedeuten: Batterieenergie geteilt durch 0,90. Zehn Prozent Aufschlag auf den Batteriebedarf ist eine andere Rechnung. Klären Sie zuerst die Bezugsgröße der Angabe.

01

Die Definition neben den Wert schreiben

Ein Wert kann den Anteil des Netzbezugs beschreiben, der nicht in der Batterie ankommt. Er kann aber auch als zusätzlicher Bezug relativ zur gespeicherten Energie angegeben sein. Beide Definitionen lassen sich verwenden, solange Sie die passende Formel wählen. Der ADAC untersucht reale Ladeverluste; unsere Zahlen dienen ausschließlich der Erklärung dieser mathematischen Unterscheidung.

02

Zwei Rechnungen mit 18 kWh

Sind zehn Prozent des Netzbezugs verloren, kommen neunzig Prozent an. Für 18 kWh gespeicherte Energie sind deshalb 18 ÷ 0,9 = 20 kWh Bezug nötig. Bedeutet die Angabe stattdessen zehn Prozent Aufschlag, lautet die Rechnung 18 × 1,1 = 19,8 kWh. Die Ergebnisse unterscheiden sich aufgrund der Definition, nicht wegen eines Rundungsfehlers.

03

Doppelte Verluste vermeiden

Verwenden Sie einen Verbrauchswert aus bezahlter Ladeenergie je Kilometer, sind die darin enthaltenen Verluste bereits berücksichtigt. Ergänzen Sie sie nicht erneut. Notieren Sie bei Messdaten die Energiemessstelle und prüfen Sie, ob Anfangs- und Endladestand vergleichbar sind. Eine Differenz kann sonst auch aus einer veränderten Batteriereserve entstehen. Eine einzelne Ladung begründet außerdem keine ganzjährige feste Quote.

EIGENE MODELLRECHNUNG

Beispiel zum Nachrechnen

Alle Beispielwerte sind Annahmen und lassen sich mit Ihren eigenen Angaben ersetzen.

Ladeverluste: Warum zehn Prozent zwei verschiedene Rechnungen ergeben können: Rechenbeispiel
Eigene DefinitionRechnung für 18 kWhNetzbezug
10 % Verlustanteil am Bezug18 / 0,9020 kWh
10 % Zuschlag18 × 1,1019,8 kWh

Eigene vereinfachte Modellwerte beziehungsweise Beispielbeobachtungen. Keine aktuellen Tarife, Produktmessungen oder Einspargarantien. Annahmen und Grenzen stehen im Bericht.

EIGENE SZENARIEN · RECHENWERK 1.0

Wie stark wirkt die Verlustannahme auf die Rechnung?

Für 2.700 kWh Batterieenergie kosten fünf, zehn oder fünfzehn Prozent Verlust vom Netzbezug im Modell rund 853 €, 900 € oder 953 € pro Jahr.

5 % Verlust852,63 €/Jahr
10 % Verlust900 €/Jahr
15 % Verlust952,94 €/Jahr
Eigene Modellwerte. Balkenlänge zeigt den Betrag; das Vorzeichen steht am Wert.

Zehn Prozent Verlust ergeben 3.000 kWh Netzbezug: 300 kWh gehen verloren und 2.700 kWh gelangen in die Batterie. Eine bloße Multiplikation mit 1,10 ergäbe dagegen nur 2.970 kWh.

Annahmen, Tabelle und Rechenweg

Annahmen

2.700 kWh Batterieenergie pro Jahr, 0,30 €/kWh. Verlustanteil bezieht sich auf bezogene Netzenergie. Frei gewählte Szenarien, keine Fahrzeugmessung.

Formel: Kosten = Batterieenergie ÷ (1 − Verlustanteil) × 0,30 €/kWh.

Wie stark wirkt die Verlustannahme auf die Rechnung?€/Jahr
SzenarioVerlustanteil (0–1)Ergebnis
5 % Verlust0,05852,63 €/Jahr
10 % Verlust0,1900 €/Jahr
15 % Verlust0,15952,94 €/Jahr
Modellwerte als CSV herunterladen ↓

Die CSV enthält Eingaben, Rechenfaktoren und ungerundete Ergebnisse. Datenbasis: eigene hypothetische Annahmen, keine Messreihe oder aktuellen Angebote. Stand: 06.09.2026.

Häufiger Denkfehler

Ein veröffentlichter Verbrauch kann Ladeverluste bereits enthalten. Dann führt ein weiterer Aufschlag zu einer Doppelzählung. Notieren Sie zu jedem Wert, an welcher Stelle gemessen wurde.

Auf Ihre Situation übertragen

Vergleichen Sie Zähler- oder Rechnungswerte mit einer konsistenten Fahrleistung. Verwenden Sie die Szenarien nur dann, wenn Ihnen kein passender bereits gemessener Netzverbrauch vorliegt.

FÜR IHRE ENTSCHEIDUNG

Ihre Checkliste

Diese Punkte können Sie direkt prüfen oder für ein Angebot bereithalten.

  • Bezugsgröße der Verlustquote notieren.
  • Bereits enthaltene Verluste nicht erneut ergänzen.
  • Messstelle und Ladestand dokumentieren.
WEITERRECHNEN

Mit eigenen Werten prüfen

Quelle, Redaktion und Grenzen

Wofür diese Quelle dient: Messgrenzen und Unterschiede bei Ladeverlusten; unsere Prozentsätze sind frei gewählte Szenarien.

Redaktionelle Verantwortung: Ryan-Jamil Rezgaoui, TooSolv Studio. So prüfen und korrigieren wir Inhalte.

Die Fachquelle ergänzt die Erläuterungen. Rechenbeispiele und Tabellen sind eigene vereinfachte Modellrechnungen mit den jeweils genannten Annahmen; sie sind keine Angebote, Messberichte oder Einspargarantien.

ADAC: Untersuchung zu Ladeverlusten

Quelle abgerufen am 06.09.2026. Die Fotomotive sind KI-generierte Symbolbilder, keine Produktmessungen oder dokumentierten Kundenfälle.