Strom & Haushalt

Niedriger Arbeitspreis oder niedriger Grundpreis: Wo liegt die Schwelle?

Ein Tarif mit günstigeren Kilowattstunden kann durch hohe feste Kosten teurer sein. Mit einer einzigen Division finden Sie heraus, ab welchem Verbrauch er sich rechnet.

3 Min. LesezeitAktualisiert 06.09.2026
Zwei Stromverträge neben einem Taschenrechner auf einem Schreibtisch. (KI-generiertes Symbolbild)
ANTWORT IN KÜRZE

Das Wichtigste vorab

Ein niedriger Arbeitspreis gleicht einen höheren Grundpreis erst ab einer bestimmten Verbrauchsmenge aus. Die Schwelle ist die jährliche Grundpreisdifferenz geteilt durch die Ersparnis je kWh.

01

Die Preisdifferenzen auf dasselbe Jahr bringen

Notieren Sie beide Bruttopreise je kWh und beide jährlichen Grundpreise. Monatsbeträge werden zuerst mit zwölf multipliziert. Lassen Sie Boni für diese erste Rechnung weg, damit ein dauerhafter Preisunterschied sichtbar wird. Ein zusätzlicher Messpreis gehört dazu, wenn er tatsächlich separat anfällt und nicht bereits enthalten ist.

02

Den Schnittpunkt berechnen

Tarif A kostet im eigenen Beispiel 35 Cent je kWh und 120 Euro jährlich. Tarif B verlangt 30 Cent und 240 Euro. B hat 120 Euro höhere feste Kosten, spart aber fünf Cent je kWh. Bei 120 ÷ 0,05 = 2.400 kWh sind beide gleich teuer. Unterhalb ist A günstiger, oberhalb B.

03

Eine Verbrauchsspanne verwenden

Rechnen Sie mit Ihrem letzten Jahresverbrauch und einer plausiblen zweiten Variante, etwa nach Einzug einer weiteren Person. Liegt die Spanne beidseits der Schwelle, entscheidet kein einzelner Centpreis eindeutig. Vertragslaufzeit und sonstige Bedingungen müssen zusätzlich passen. Ohne Preisunterschied je kWh gibt es diesen Schnittpunkt nicht; dann entscheidet in der vereinfachten Rechnung allein die Differenz der festen Kosten.

EIGENE MODELLRECHNUNG

Beispiel zum Nachrechnen

Alle Beispielwerte sind Annahmen und lassen sich mit Ihren eigenen Angaben ersetzen.

Niedriger Arbeitspreis oder niedriger Grundpreis: Wo liegt die Schwelle?: Rechenbeispiel
JahresverbrauchTarif ATarif B
1.500 kWh645 €690 €
2.400 kWh960 €960 €
3.500 kWh1.345 €1.290 €

Eigene vereinfachte Modellwerte beziehungsweise Beispielbeobachtungen. Keine aktuellen Tarife, Produktmessungen oder Einspargarantien. Annahmen und Grenzen stehen im Bericht.

EIGENE SZENARIEN · RECHENWERK 1.0

Wann kippt der Vergleich zweier Tarife?

Im Modell gewinnt Tarif A unter 2.400 kWh, Tarif B darüber. An der Schwelle kosten beide gleich viel.

Wenig Verbrauch-45 € Differenz/Jahr
Kostengleichheit0 € Differenz/Jahr
Mehr Verbrauch80 € Differenz/Jahr
Eigene Modellwerte. Balkenlänge zeigt den Betrag; das Vorzeichen steht am Wert.

Ein positiver Wert bedeutet hier: A ist teurer. Bei 4.000 kWh kostet A 1.520 €, B dagegen 1.440 €. Bei 1.500 kWh kehrt sich die Reihenfolge um. Eine Empfehlung ohne Ihren Verbrauch wäre deshalb unvollständig.

Annahmen, Tabelle und Rechenweg

Annahmen

A: 120 €/Jahr und 0,35 €/kWh. B: 240 €/Jahr und 0,30 €/kWh. Ein volles Jahr, gleiche Abnahmemenge, keine Boni oder weiteren Gebühren. Frei gewählte Preise.

Formel: Kosten A minus Kosten B = Jahresverbrauch × (0,35 − 0,30) + 120 − 240.

Wann kippt der Vergleich zweier Tarife?€ Differenz/Jahr
SzenarioJahresverbrauch in kWhErgebnis
Wenig Verbrauch1.500-45 € Differenz/Jahr
Kostengleichheit2.4000 € Differenz/Jahr
Mehr Verbrauch4.00080 € Differenz/Jahr
Modellwerte als CSV herunterladen ↓

Die CSV enthält Eingaben, Rechenfaktoren und ungerundete Ergebnisse. Datenbasis: eigene hypothetische Annahmen, keine Messreihe oder aktuellen Angebote. Stand: 06.09.2026.

Häufiger Denkfehler

Die Grundgebühr muss in beiden Angeboten denselben Zeitraum abdecken. Monatsbeträge vor dem Vergleich mit zwölf multiplizieren. Eine Preisgarantie kann unterschiedliche Preisbestandteile erfassen.

Auf Ihre Situation übertragen

Nehmen Sie Ihren letzten vollständigen Jahresverbrauch und rechnen Sie zusätzlich mit einer plausiblen Veränderung, etwa durch ein Elektroauto. Prüfen Sie Vertragsbedingungen unabhängig vom Rechenergebnis.

FÜR IHRE ENTSCHEIDUNG

Ihre Checkliste

Diese Punkte können Sie direkt prüfen oder für ein Angebot bereithalten.

  • Grundpreise auf ein Jahr beziehen.
  • Boni zunächst getrennt halten.
  • Mit zwei Verbrauchsszenarien rechnen.
WEITERRECHNEN

Mit eigenen Werten prüfen

Quelle, Redaktion und Grenzen

Wofür diese Quelle dient: Tarifbestandteile und Angebotsvergleich; die genannten Beispielpreise stammen nicht aus dieser Quelle.

Redaktionelle Verantwortung: Ryan-Jamil Rezgaoui, TooSolv Studio. So prüfen und korrigieren wir Inhalte.

Die Fachquelle ergänzt die Erläuterungen. Rechenbeispiele und Tabellen sind eigene vereinfachte Modellrechnungen mit den jeweils genannten Annahmen; sie sind keine Angebote, Messberichte oder Einspargarantien.

Verbraucherzentrale: Passenden Strom- oder Gastarif finden

Quelle abgerufen am 06.09.2026. Die Fotomotive sind KI-generierte Symbolbilder, keine Produktmessungen oder dokumentierten Kundenfälle.