Niedriger Arbeitspreis oder niedriger Grundpreis: Wo liegt die Schwelle?
Ein Tarif mit günstigeren Kilowattstunden kann durch hohe feste Kosten teurer sein. Mit einer einzigen Division finden Sie heraus, ab welchem Verbrauch er sich rechnet.


Das Wichtigste vorab
Ein niedriger Arbeitspreis gleicht einen höheren Grundpreis erst ab einer bestimmten Verbrauchsmenge aus. Die Schwelle ist die jährliche Grundpreisdifferenz geteilt durch die Ersparnis je kWh.
Die Preisdifferenzen auf dasselbe Jahr bringen
Notieren Sie beide Bruttopreise je kWh und beide jährlichen Grundpreise. Monatsbeträge werden zuerst mit zwölf multipliziert. Lassen Sie Boni für diese erste Rechnung weg, damit ein dauerhafter Preisunterschied sichtbar wird. Ein zusätzlicher Messpreis gehört dazu, wenn er tatsächlich separat anfällt und nicht bereits enthalten ist.
Den Schnittpunkt berechnen
Tarif A kostet im eigenen Beispiel 35 Cent je kWh und 120 Euro jährlich. Tarif B verlangt 30 Cent und 240 Euro. B hat 120 Euro höhere feste Kosten, spart aber fünf Cent je kWh. Bei 120 ÷ 0,05 = 2.400 kWh sind beide gleich teuer. Unterhalb ist A günstiger, oberhalb B.
Eine Verbrauchsspanne verwenden
Rechnen Sie mit Ihrem letzten Jahresverbrauch und einer plausiblen zweiten Variante, etwa nach Einzug einer weiteren Person. Liegt die Spanne beidseits der Schwelle, entscheidet kein einzelner Centpreis eindeutig. Vertragslaufzeit und sonstige Bedingungen müssen zusätzlich passen. Ohne Preisunterschied je kWh gibt es diesen Schnittpunkt nicht; dann entscheidet in der vereinfachten Rechnung allein die Differenz der festen Kosten.
Beispiel zum Nachrechnen
Alle Beispielwerte sind Annahmen und lassen sich mit Ihren eigenen Angaben ersetzen.
| Jahresverbrauch | Tarif A | Tarif B |
|---|---|---|
| 1.500 kWh | 645 € | 690 € |
| 2.400 kWh | 960 € | 960 € |
| 3.500 kWh | 1.345 € | 1.290 € |
Eigene vereinfachte Modellwerte beziehungsweise Beispielbeobachtungen. Keine aktuellen Tarife, Produktmessungen oder Einspargarantien. Annahmen und Grenzen stehen im Bericht.
EIGENE SZENARIEN · RECHENWERK 1.0
Wann kippt der Vergleich zweier Tarife?
Im Modell gewinnt Tarif A unter 2.400 kWh, Tarif B darüber. An der Schwelle kosten beide gleich viel.
Ein positiver Wert bedeutet hier: A ist teurer. Bei 4.000 kWh kostet A 1.520 €, B dagegen 1.440 €. Bei 1.500 kWh kehrt sich die Reihenfolge um. Eine Empfehlung ohne Ihren Verbrauch wäre deshalb unvollständig.
Annahmen, Tabelle und Rechenweg
Annahmen
A: 120 €/Jahr und 0,35 €/kWh. B: 240 €/Jahr und 0,30 €/kWh. Ein volles Jahr, gleiche Abnahmemenge, keine Boni oder weiteren Gebühren. Frei gewählte Preise.
Formel: Kosten A minus Kosten B = Jahresverbrauch × (0,35 − 0,30) + 120 − 240.
| Szenario | Jahresverbrauch in kWh | Ergebnis |
|---|---|---|
| Wenig Verbrauch | 1.500 | -45 € Differenz/Jahr |
| Kostengleichheit | 2.400 | 0 € Differenz/Jahr |
| Mehr Verbrauch | 4.000 | 80 € Differenz/Jahr |
Die CSV enthält Eingaben, Rechenfaktoren und ungerundete Ergebnisse. Datenbasis: eigene hypothetische Annahmen, keine Messreihe oder aktuellen Angebote. Stand: 06.09.2026.
Häufiger Denkfehler
Die Grundgebühr muss in beiden Angeboten denselben Zeitraum abdecken. Monatsbeträge vor dem Vergleich mit zwölf multiplizieren. Eine Preisgarantie kann unterschiedliche Preisbestandteile erfassen.
Auf Ihre Situation übertragen
Nehmen Sie Ihren letzten vollständigen Jahresverbrauch und rechnen Sie zusätzlich mit einer plausiblen Veränderung, etwa durch ein Elektroauto. Prüfen Sie Vertragsbedingungen unabhängig vom Rechenergebnis.
Ihre Checkliste
Diese Punkte können Sie direkt prüfen oder für ein Angebot bereithalten.
- Grundpreise auf ein Jahr beziehen.
- Boni zunächst getrennt halten.
- Mit zwei Verbrauchsszenarien rechnen.
Mit eigenen Werten prüfen
Quelle, Redaktion und Grenzen
Wofür diese Quelle dient: Tarifbestandteile und Angebotsvergleich; die genannten Beispielpreise stammen nicht aus dieser Quelle.
Redaktionelle Verantwortung: Ryan-Jamil Rezgaoui, TooSolv Studio. So prüfen und korrigieren wir Inhalte.
Die Fachquelle ergänzt die Erläuterungen. Rechenbeispiele und Tabellen sind eigene vereinfachte Modellrechnungen mit den jeweils genannten Annahmen; sie sind keine Angebote, Messberichte oder Einspargarantien.
Verbraucherzentrale: Passenden Strom- oder Gastarif finden ↗Quelle abgerufen am 06.09.2026. Die Fotomotive sind KI-generierte Symbolbilder, keine Produktmessungen oder dokumentierten Kundenfälle.


